Von Caroline Kron, Kölner Stadt-Anzeiger, 09.12.2023, 08:00 Uhr

Rund 300 junge Menschen erhalten pro Jahr die Diagnose Knochenkrebs – wenn sie überleben, sind sie oft auf eine Prothese angewiesen.

Die neue Kölner OKIJU-Stiftung und wir helfen setzen sich gemeinsam für von Knochenkrebs betroffene Kinder ein – unter anderem mit einer Aktion am 23. Dezember am RheinEnergie-Stadion.

„Ein Flugzeug voller junger Menschen erkrankt pro Jahr daran – und dennoch wird diese Krebsart fatalerweise häufig fehldiagnostiziert oder zu spät erkannt. Dabei hilft eine frühe Diagnose der erfolgreichen Therapie“, sagt Angelika Sprüth-Meister, Gründerin der OKIJU-Stiftung. Sie erzählt von der Geschichte ihres eigenen Kindes, das 2014 mit 17 Jahren über anhaltende Knieschmerzen klagte. Die Schmerzen wurden lange als harmlos abgetan – von Zahnspange bis Wachstumsschmerzen reichten die Fehldiagnosen.

Nach sechs Monaten zeigte ein MRT ein Osteosarkom im Kniegelenk. Es folgte eine eineinhalbjährige Therapie mit Chemotherapie, Bestrahlung und Operationen. Angelika Sprüth-Meister: „Nach der Therapie sah mein Kind aus wie alle Betroffenen: abgemagert, glatzköpfig, gezeichnet.“

Zur Behandlung gibt es nur zwei Optionen: Amputation mit Außenprothese oder eine Metall-Endoprothese. Sprüth-Meister konnte ihr Kind während des gesamten Klinikaufenthalts begleiten – im Gegensatz zu vielen anderen Eltern. Auf den Stationen erlebte sie nicht nur das Leid der Betroffenen, sondern auch den Mangel an Nachsorge.

2019 gründete sie mit ihrem Mann die OKIJU-Stiftung – mit dem Ziel, auf Knochenkrebs bei Kindern und Jugendlichen aufmerksam zu machen. Seit 2022 ist die Stiftung wieder aktiv. Sie klärt Eltern, Lehrkräfte, Trainer und Ärzte auf – damit das Umfeld frühzeitig Symptome erkennt.

Monika Degen, Ärztin im Stiftungs-Team, weist darauf hin, dass Knochenkrebs zwar Teil des Medizinstudiums sei, im Praxisalltag aber kaum Beachtung finde. Auch die Forschung hinke hinterher: Laut Professor Dominik Schneider, Direktor der Kinderklinik Dortmund, seien Studien aufwendig, teuer und wegen rechtlicher Vorgaben schwierig – was wiederum das Interesse der Pharmaindustrie hemme.

Neben Aufklärung möchte die Stiftung künftig auch Nebenwirkungen von Prothesen besser erforschen, eine Informationsbroschüre erstellen und den Klinikalltag erleichtern. Dazu braucht es Spenden und ehrenamtliches Engagement. Auch wir helfen ist Partner in diesem Anliegen.

Quelle:
Caroline Kron, Kölner Stadt-Anzeiger, 09.12.2023